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München, 10.05.2010 Stars von Morgen glimmen auf Die Schüler der Ballettakademie zeigen eine Robert North gewidmete Gala „Troy Game“. Foto © Charles Tandy
Robert Norths Meisterstück „Troy Game“ ist eine fantastische Möglichkeit, um 13 junge Tänzer mit all ihren Stärken vorzustellen. Nur: Man kann fast sicher sein, dass die ersten zehn Minuten verpuffen. Viel zu konzentriert sind junge Tänzer, und meist auch zu schüchtern, um die ersten, dezenten Witze dieser Posse um einen Haufen selbstverliebte Gladiatoren auszuspielen. Ist der Puls dann gesunken, machen die Protagonisten dem Publikum flugs klar, dass gelacht werden darf: Hier schubsen, hauen und veralbern sich die Trojaner bis zum Gehtnichtmehr. "Klassenkonzert". Foto © Charles Tandy
In der Matinee der Heinz-Bosl-Stiftung, die den letzten Tag der Ballettfestwochen einleitete, war nun auch nicht die Wunderklasse zu sehen, die den Anfang perfekt stemmte. Doch die Herren der Abschlussklasse von Kyrill Melnikov nahmen die entscheidende Wende immerhin mit besonders viel Verve – die Zuschauer jubelten und lachten von der Mitte bis zum Schluss. "Musici Veneziani". Foto © Charles Tandy
Es war eine sehr North-lastige Matinee, wohl deshalb, weil der pädagogische Leiter und Hauschoreograph der Ballettakademie nach drei Jahren die Leitung der Einrichtung an Jan Broeckx abgibt. Das ist gut: Wie „Troy Game“ sind auch „Musici Veneziani“ und „Arcadia“ ideale Gruppenstücke für Matineen. Ihre klassischen Klänge, gefälligen Kostüme und temporeichen Figuren mildern kleine, tänzerische Unzulänglichkeiten, lassen obendrein im Fluss der nervösen Schüler manches unverwechselbare Talent aufglimmen. Etwa Chinatsu Sugishima, deren vollendete Technik ihr einen weiten Vorsprung in der Rolleninterpretation ermöglicht. Robert Bruist, der sich nicht nur mit Sprungkünsten positioniert, sondern offenbar leise, weiche Landungen als Markenzeichen entwickelt. Oder Kamill Chudoba und Stefanie Ringler, deren Musikalität ihnen genug Gelassenheit gibt, nach persönlichem Stil und Tempo zu tanzen, nicht nur der Inszenierung hinterher. . Foto © Charles Tandy
Nur Robert North ist aber auch einseitig: „Come Neve al Sole“ von Rolando D’Alesio machte klar, wie wichtig es für junge Tänzer ist, verschiedene Stile zu beherrschen, vor allem auch moderne. Georgeta Varvarici und Sergi Nicolau Castellanos, an sich engagiert und dynamisch, wirkten in dem Duett des Stuttgarters manchmal etwas verloren. Was allerdings auch dem Beziehungsthema zuzuschreiben ist. Welcher Ballettschüler hat mit 17 schon genug Erfahrung für die Ironien der Liebe? Selbstverständlich muss vor jedem Mitwirkenden dieser Matinee der Hut gezogen werden. Denn das einleitende „Klassenkonzert“ machte wieder einmal gut greifbar, wie viel Knochenarbeit hinter dem Feuerwerk an Schönem steckt, das hier binnen zwei Stunden abgebrannt wird. Ausgehopste Pirouetten? Es kommen noch bessere Tagesformen. Die Zukunft ist ja offen wie der weite Horizont. Autor: Isabel Winklbauer |
„Troy Game“. Foto © Charles Tandy
"Klassenkonzert". Foto © Charles Tandy
"Musici Veneziani". Foto © Charles Tandy
. Foto © Charles Tandy