Ein Projekt im Rahmen von Access to Dance gefördert durch

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München, 03.03.2010

Vorfreude auf scanART

Skandinavisches Tanzfestival im Muffatwerk

Pictures on the the dance "Lingering of an earlier event", by Hooman Sharifi. Foto © Arash A. Nejad / nyebilder.no

Bayern, seiner geographischen Lage entsprechend, ist eher dem barock-südlichen Lebensstil zugeneigt. Skandinavien ist da schon fast exotisch. Dass die Skandinavier aber mehr zu bieten haben als Smörgåsbord und praktikables Ikea-Wohnen, ist jetzt in München zu entdecken. Joint-Adventures-Chef Walter Heun hat über "Access to Dance - Tanzplan Deutschland" (eine Förderung der Kulturstiftung des Bundes) das zeitgenössische ScanArt-Festival vom 3. bis 6. März auf die Beine gestellt.

Den Auftakt macht "Mysteries of Love" (3. 3., 20 Uhr 30) von Erna Ómarsdóttir: "Wir wollten ein Stück über die schwierige Zeit des Heranwachsens machen, wenn Teenager, sich bewusst werden, wer sie sind. Es ist eine Periode, wo die Hormone durcheinander geraten, wo man verwirrt ist, nicht weiß, was mit sich anfangen", sagt die dunkelhaarige Isländerin. Man wird also in diesem Stück heftige Gefühlsschwankungen erleben. Weinen, Lachen, Schreien und Sprechpassagen hat Jóhann Jóhannsson in seine Musik eingebaut. Wie überlebt man als zeitgenössische Choreografin im durch die Wirtschaftskrise schwerst betroffenen Island? "Nur durch Arbeiten im Ausland", bekennt Ómarsdóttir, die zur Hälfte in Belgien lebt. Ähnlich Tanz-Partnerin Margret Sara Gudjónsdóttir, die Berlin und Holland als ihre Standorte angibt. Einmal im Jahr erhalten die beiden auch getrennt kreierenden Künstlerinnen für eine Produktion vom isländischen Staat eine Förderung. Alle anderen Arbeiten sind Koproduktionen mit europäischen Veranstaltern. "Aber", so Gudjónsdóttir, " seit vor vier Jahren die isländische Universität das Studienfach 'zeitgenössischer Tanz' eingerichtet hat, gewinnt diese Kunstform doch immer stärker an Aufmerksamkeit."

Aus Dänemark kommt Mette Ingvartsen mit ihrer rein bildnerischen Performance "evaporated landscapes". Licht, Nebel, Trockeneis, Schaum und Seifenblasen lassen poetische Landschaften entstehen, die im Verdampfen und Hinschmelzen den Prozess des Werdens und Vergehens versinnbildlichen (4. 3., 19 Uhr und 21 Uhr; 5. 3., 19 Uhr 30 und 21 Uhr
30).

Der Schwede Marten Spangberg, ein Tanz-Autodidakt, hinterfragt in seinem "Powered by Emotion" die Wechselwirkung zwischen Original, Nachahmung und Interpretation, indem er eine berühmte US-Impro-Choreografie zu Bachs Goldberg-Variationen nachtanzt und eine Karaokeversion von Songs des illustren Buena Vista Social Clubs liefert (5. 3., 20 Uhr 30).

Politisch wird es bei dem iranischen Wahl-Norweger Hooman Sharifi. In seinem "Lingering of an earlier event" entwirft er die Utopie einer Gesellschaft, in der die Menschen trotz verschiedener Überzeugungen friedfertig miteinander auskommen (6. 3., 20 Uhr 30). Die in München lebende Finnin Essi Utriainen "webt" mit Glassplittern einen ornamentalen Teppich auf den Boden des Muffatwerks (4. - 6. 3., zwischen 17 Uhr und 22 Uhr). Finnische und schwedische Tanzfilme gibt es eintrittsfrei (4.- 6. 3.).

Spannend könnte der ebenfalls eintrittsfreie Open Event werden mit einem Streifzug durch die schwedische Tanzgeschichte, Filmen, Workshops und Gesprächen mit zusätzlich anreisenden skandinavischen Künstlern (6. 3., 16 Uhr - 19 Uhr). Ab 22 Uhr 30 dann die große Abschlussparty.

Muffatwerk (Muffathalle, Muffatcafé, Ampere); nur für den Film am 6. 3.: META Theater Moosach. Karten: 089/ 54 81 81 81

Autor: Malve Gradinger

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