|
München, 14.02.2010 Vermischung kaum vereinbarer Elemente Die Cie Elle P Danse hat Wurzeln in Bayern
" a mal game" von Elle P Dance: Panja Fladerer und Luc Richard. Foto © Christoph Seeberger Mit ihrer Compagnie Elle P Danse sind Panja Fladerer und ihr Mann Luc Richard seit 2002 in Lausanne etabliert. Aber Fladerer, die aus Bayern stammt, die obendrein die Münchner Ballettakademie/Heinz-Bosl-Stiftung absolviert hat, zieht es immer wieder an die Isar. Nach "Méli- Mélo" (2005), "Melting Thoughts" und "buttherfly" (Januar und November 2007) bringt das Tänzer- und Choreografen-Paar seine vierte Kreation im Münchner i-camp heraus. Am Freitag hatte ihr "A mal game" Premiere. Vorweg zur Getrenntschreibung des französischen Titels "Amalgame", beziehungsweise "A mal game": der Zuschauer darf hier ein bisschen deutungskreativ werden. Zum Beispiel "eingebayert" ergäbe dieser Titel "einmal Spiel". Abgesehen von dieser kleinen Verrätselung fällt bei Panja Fladerer und Luc Richard angenehm auf, dass sie primär tanzen -- ohne großen konzeptuellen Überbau. Mit ihrem Titel ("Amalgam" im deutschen Sprachgebrauch die Legierung von Quecksilber und Metallen) wird lediglich die Vermischung kaum vereinbarer Elemente angedeutet: "Für uns ist "Amalgam" Körper und Seele, also dieses "Zwei sich treffen", erklärt Panja Fladerer. „Wir haben den Körper, aber der Geist lenkt die Körpersprache. Und in unserem Stück separieren wir Körper und Geist. Das heißt, es gibt Teile, wo nur der Körper manipuliert wird und andere Teile, wo der Geist durch kleine intime geheimnisvolle Bewegungen spricht.“ Das möchte man noch etwas genauer erklärt haben. "Ja zum Beispiel mein Solo, wo ich eigentlich innerlich ein bisschen gebrochen bin. Und wenn man innerlich verletzt ist, dann kommt es eigentlich vom Bauch, von der Seele raus. Und das kann man im Körper wirklich durch kleine Pulsationen ausdrücken." Nach ihrer klassischen Ausbildung in der Münchner Heinz-Bosl-Siftung hat sich Panja Fladerer entlang ihrer Engagements in St. Gallen, an der Komischen Oper Berlin, im Euroballet Luxemburg, in der Kibbutz Dance Company, dem Batsheva Ensemble und im ungarischen Szegedi zur modernen Tänzerin entwickelt. Ihr Mann Luc Richard war unter anderem fünf Jahre Tänzer bei dem international renommierten zeitgenössischen Choreografen Itzik Galili. Zu ihrem Stil meinen die beiden: "Wir arbeiten ganz viel mit freien Bewegungen, viel mit Kontakt-Partnering, also das heißt: Duett-Sachen. Also wirklich ganz freie Sachen. Wir sind nicht so theatralisch, sondern sehr körperlich." "Amalgame", das könnte auch als metaphorischer Qualitätsausweis stehen für die beispielhafte choreografische Zusammenarbeit der beiden und ihre schon oft gelobte tänzerische Harmonie. www.cieellepdanse.de Autor: Malve Gradinger |